Pollanten

RC Modellbau
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ist eingemeindeter Ortsteil von Berching und liegt
zwischen der Stadt 92334 Berching und
92360 Mühlhausen
/Sulz
Landkreis 92318 Neumarkt

Regierungsbezirk Oberpfalz
Freistaat Bayern.




Pollanten im Wandel der Geschichte

Vorgeschichte.

Die spätkeltische Siedlung.

Die Geschichte Pollantens, 16 km südlich von Neumarkt und 5 km nördlich von Berching gelegen, reicht weit in die Vergangenheit zurück. Zufällige Funde von Scherben und Glasarmringen führten 1979 zur Lokalisierung einer spätkeltischen Siedlung etwa 500 m westlich der heutigen Ortschaft Pollanten, entlang des linken Sulzufers. Intensive Grabungen in den Jahren 1981-84 brachten reiches Fundmaterial und zeigten, dass die Siedlung aus weilerartig gruppierten Gehöften bestand. Zwischen 200 v. Chr. und 50 v. Chr. wurde hier Handwerk und Landwirtschaft betrieben. Wirtschaftliche Grundlage der Ansiedlung war die Verhüttung und Weiterverarbeitung von Eisen. Zahlreiche Gebrauchsgüter wie Waffen, Messer, Toilettengerät, Waagen, aber auch Nägel, Ringe, Stifte und Klammern wurden erzeugt. Auch Geräte zu Fischfang, Jagd und zum Fahren wurden gefunden. Nicht nur Eisen, sondern auch Bronze wurde gegossen und verarbeitet. Scherben und Werkzeuge beweisen das Vorhandensein von Töpferei und Glasverarbeitung. Als Haustiere hielten die Bewohner Pferd, Schaf, Ziege, Schwein, Hund und Huhn. Die Kelten trieben im Sulztal sowohl Ackerbau, wobei Kühe und Stiere als Zugtiere Verwendung fanden, als auch bereits Milchwirtschaft. Weitere Ernährungsquellen bildeten Fischfang und Jagd. Da die Siedlung an einem alten Weg lag, der von Passau über Regensburg, Kelheim, entlang von Altmühl, Sulz und Regnitz an den Main führte, dürfte auch der Handel Bedeutung gehabt haben.

 

Mittelalter und Neuzeit.

Die Herren von Pollanten.

Eine erste urkundliche Erwähnung finden wir im Gundekarianum von Eichstätt: In den Jahren 1057-75 weihte Bischof Gundekar II. von Eichstätt eine Kirche in Pollanten. Das Jahr der Erbauung dieses alten Gotteshauses erkennt man durch ein Chronistikon über dem Altarraum: In einem lateinischen Lobspruch sind verschiedene Buchstaben groß geschrieben und bedeuten jeweils eine römische Zahl. Zusammengezählt ergeben sie 1061. In diesem Jahr wurde wohl Pollantens älteste Kirche erbaut, von der heute noch der romanische Turm im Osten steht. Pollanten war Sitz eines Adelsgeschlechtes, der Herren von Pollanten. Sie haben in der Lokalgeschichte der westlichen Oberpfalz eine erhebliche Rolle gespielt. In frühester Zeit standen die Herren von Pollanten auch mit dem Deutschen Ritterorden in Verbindung und pflegten besonders zum Hochstift Eichstätt und zum Zisterzienserinnenkloster Seligenporten enge Beziehungen. Zu den früheren Grundherren gehörten auch die Herren von Wolfstein und die Benediktinerabtei Plankstetten. Stammsitz dieses Adelsgeschlechtes war Pollanten. Die Reihe der Pollantner Herren lässt sich lückenlos aufzählen: Bereits am 14. September 1199 wird in einer Urkunde König Phillipps (Phillipp von Schwaben, deutscher König 1198-1208) für den Bischof von Eichstätt ein „Wernher von Bonlande" erwähnt. In einer Mörsdorfer Urkunde erscheint 1236 ein „Heinrich de Ponlant" als Zeuge. 1249 wird „Beringerus de Bonlant" als Zeuge im Stiftungsbrief des Klosters Seligenporten angeführt. Als König Wilhelm von Holland 1255 den Sulzbürgern die kaiserliche Hofmark Berngau verlieh, trat als Zeuge wiederum ein „Wernher von Poland" auf. 1269 wird nochmals „Beringer de Bonlant" in einer Urkunde des Reichsministerialen (Verwaltungsbeamten) Ulrich von Sulzbürg erwähnt. Wie sehr die Macht und das Ansehen dieses Adelsgeschlechtes angewachsen waren, geht aus der Urkunde hervor, in der „Heinrich Bonlander" am 20.10.1280 den Kirchensatz zuAlfalterbach an das Kloster Auhausen schenkte. Er wird als „vasallus Ludowici ducis bavariae" bezeichnet, d.h. er ist direkter Untergebener des Herzogs Ludwig II. von Bayern (1255-94). Seit 1282 saß wieder ein Berengar auf der Veste zu Pollanten. 1285 siegelte ein „Heinricus de Bonlanden".

1292 urkundet ein „Hainricus de Bonlant". 1317 wird „Bernger Ponlander" aufgeführt. Dieser Berengar musste auch zeitweise Reichsgüter im Südwesten von Neumarkt innegehabt haben, denn am 8. April 1319 bestätigte König Ludwig der Bayer dem Kloster Seligenporten das Gut zu Pavelsbach, das „Berengar von Ponlant" an das Kloster verkauft hatte.

1325 trat „Bernger von Ponlanden, Ritter" als Zeuge auf. 1326 war Perngoer von Ponlant Schiedsmann.

1328 beurkundete „Peringer von Polanten" als Zeuge in dem Verzichtbrief eines Adeligen. 1335 siegelte „Bernger von Polanten, Ritter" eine Urkunde.

1341 gibt „Bernger von Bolanden" mit Gunst und Rat seiner Söhne Conrad und Bernger „zu dem immer Licht der seligen Porten" (zum ewigen Licht in Seligenporten) 1 Pfund Heller aus seinem Gut zu Raportsdorf (Rappersdorf).

Als 1346 Heinrich von Uttenhoven, Ritter, und sein Sohn Adam dem Kloster Seligenporten ihren halben Hof zu Stirpheim (Stierbaum) für ein rechtes Eigen und 44 Pfund Heller verkaufen, ist als Bürge „Herr Bernger der Banlanter Ritter" genannt. Ein „Berengar von Pollanten" war Mitte des 14. Jahrhunderts Landrichter des kaiserlichen Landgerichtes Hirschberg, wie aus einer Urkunde vom 15. Februar 1351 hervorgeht.

1352 siegelte ein „Bernger von Ponlanten", 1378 und 1379 wird ein „Conrad Pollanter" urkundlich erwähnt.

Im 14. und 16. Jahrhundert war Pollanten Landsassensitz geworden. Nach den Landsassenmatrikeln saßen nach 1500 Lorenz Pollanter und seit 1526 Sebastian Pollanter auf dem Stammsitz des Geschlechts. Ihnen folgte Georg von Zandt zu Pollant, als dessen Ahnherr Lorenz von Pollant genannt wird. Der letzte dieses Adelsgeschlechtes der Pollanter war Georg von Pollant zu Pollant in den Jahren 1570-91. Dieser Georg war zugleich bischöflicher Stadtrichter zu Eichstätt.

Nach seinem Tode heiratete die Witwe des bischöflichen Pflegers zu Hirschberg den Ferdinand von Doneck, der im Jahre 1604 das Landsassengut Pollanten an Christof von Bischofsheim verkaufte. Über „Agricola von Wiesensteig" kam Pollanten an Schmidmayr.

1716 folgte der Schwiegersohn des Schmidmayrs, Claudius von Gailardi und 1736 Anton Rohrer, der ebenfalls mit einer Schmidmayerin verheiratet war. Pollanten kam dann 1740 an die Seger und 1750 an Adam Kirchbauer, der mit einer Segerin verheiratet war. In finanzielle Schwierigkeiten geraten musste 1786 Franz Peter Kirchbauer das Gut Pollanten verkaufen. Auf höchsten Befehl wurde das Landsassengut Pollanten am 28. August 1786 ausgeschrieben und am 6. Juli 1787 von Max Josef, Graf von Holnstein, gekauft.

Die Grafen von Holnstein besaßen damit neben der lehenbaren Herrschaft Holnstein auch noch als Allod (eigenes Land) die Landsassengüter Ittelhofen und Pollanten. Die Hofmark Pollanten wurde ein Patrimonialgericht 1. Klasse. Am 18. April 1848 traten die Grafen von Holnstein ihre Patrimonialgerichtsbarkeit freiwillig ab; am 1. Oktober 1848 gingen die ehemaligen Güter des Sitzes Pollanten an den Staat über und wurden am 1. Dezember desselben Jahres dem Landgericht Beilngries zugeordnet. Nach den Steuerbüchern des 18. Jahrhunderts umfasste der Sitz Pollanten folgende Güter: das Schloß und vier Halbhöfe (Schwabenhof, heute Weidinger, Gidibauer, heute Ramsauer, Großbauernhof, heute Schmauser, den Haidbauernhof sowie die Schloßmühle und zwei 1/16 Häusl). Heute ist das ehemalige Schloß in Privatbesitz.

Als 1935 die Kirche in Pollanten restauriert wurde, fand man hinter einem Beichtstuhl eine steinerne Wappentafel ohne Jahreszahl und Inschrift, die einen Baumzweig zeigte. Über Herkunft und Bedeutung wurde lange Zeit gerätselt. Heute wissen wir, dass es sich bei diesem Baumzweig um das Wappen der Herren von Pollanten handelt. Das wurde durch Vergleich eines Wappensiegels in einer Urkunde aus dem Jahre 1332 im Hauptstaatsarchiv München nachgewiesen. Diesen Baumzweig sehen wir auch am Grabstein der 1399 verstorbenen Bertha von Pollanten (Pertha de Ponlanten) in der Gruft der Klosterkirche zu Seligenporten. In der Ortsgeschichte spielten neben den Herren von Pollanten auch noch andere Rittergeschlechter aus der Umgebung, sowie das Kloster Plankstetten als Grundbesitzer eine bedeutende Rolle.

 

Ortsgeschichte

Der Ort Pollanten mit den Ortsteilen Grubach, Eismannsberg, Wolfersthal und Wegscheid ist mit seinen 1420 ha der größte Ortsteil der Großgemeinde Berching. Die Ortschaft liegt 420 m über dem Meeresspiegel, der höchste Punkt bei 579 m. Die Einwohnerzahl beträgt gegenwärtig 820.

Neben der ersten urkundlichen Erwähnung im Gundekarianum 1057-75 wird im Jahre 1080 die „wolpretsmül", die Wolfprechtsmühle (heute Breitenfurter Mühle) erstmals genannt.

Die Schreibweise des Ortsnamens wechselte im Mittelalter häufig, 1292 nannte sich der Ort Bonlant, 1320 Polant, 1326 Polanten und 1335 Boland. Dies ist nicht verwunderlich, da im Mittelalter Namen nach der Umgangssprache aufgeschrieben wurden. In der Ortsbezeichnung Pollanten steckt das alte Wort bon/bom = Baum. Pollanten bedeutet Baumland.

Pollanten wird im Mittelalter immer wieder urkundlich erwähnt. Neben den bereits aufgeführten Pollantener Herren findet der Ort auch noch in anderen Urkunden Erwähnung. Einige Begebenheiten sind durch das alte Kirchenbuch überliefert. Im Jahre 1340 stiftete Otto von Pollanten in Eichstätt eine Kapelle.

Urkunden aus den Jahren 1359 und 1414 zeigen, dass auch die Wolfsteiner Herren aus Sulzbürg und Neumarkt Besitzungen in Pollanten hatten.

Im Jahre 1445 herrschte in Pollanten, wie im alten Kirchenbuch zu lesen ist, eine schreckliche Hungersnot. Die Ernte war ausgefallen. Das Dorf war bis auf eine Tochter des Schusterbauern und vier Leichenträger ausgestorben. Sie kamen mit dem Leben davon, weil die Schusterbauerntochter auf den Einfall verfiel, Leinenballen in Milch zu sieden.

In den Jahren 1552 bis 1625 mußten die Einwohner von Pollanten alle paar Jahre die Religion wechseln, da nach dem Augsburger Religionsfrieden 1555 die Fürsten den Glauben ihrer Untertanen bestimmen konnten. Die Oberpfalz wurde in dieser Zeit von den Kurfürsten von der Pfalz regiert, die sich abwechselnd zum lutherischen, calvinischen und zwinglianischen Glauben bekannten. Auch die Pollanter waren calvinisch, lutherisch und zwinglianisch. In dieser Zeit, so berichtet das Kirchenbuch, stand da, „wo das Sträßchen nach Waltersberg von der Hauptstraße abzweigt, bei der Linde wie auch in der Mitte des Ortes eine Kapelle. Sie mußten auf höheren Befehl zerstört werden".

Im Dreißigjährigen Krieg 1618-48 wurde Pollanten schwer heimgesucht. Die eingeschleppte Pest löschte fast die ganze Bevölkerung aus. „Bis auf zwei", so erzählt das alte Kirchenbuch, „wurden alle vom Tod hinweggerafft". Nachdem die Oberpfalz 1620 zu Bayern kam, wurde der katholische Glaube wieder eingeführt. Der letzte zwinglianische Pfarrer musste 1625 seine Pollanter Pfarrstelle verlassen. Das Kloster Plankstetten nahm die Pfarrei wieder in Besitz. Der zwinglianische Pfarrer, so steht im alten Kirchenbuch, nahm bei seinem Ausscheiden auch das Pfarrbuch mit „und entfernte sich gräßlich schimpfend". Als er den Kirchberg hinunterging, traf er auf seinen katholischen Amtsbruder, einen Plankstettner Pater. Das ergrimmte den „Zwinglianer" so sehr, dass er das schwere Pfarrbuch auf den armen Benediktinerpater warf und ihn und Pollanten „gräßlich verfluchte".

Während in vielen Gemeinden der Oberpfalz die Bürger den katholischen Glauben herbeisehnten, war es bei einigen Bewohnern von Pollanten umgekehrt. Sie verhielten sich gegenüber der katholischen Religion „störrisch". Als Militär einrückte, um die Bürger gewaltsam zum katholischen Glauben zu bekehren, zogen es einige unter Mitnahme ihrer ganzen Barschaft vor, in die Wälder zu fliehen. Doch bald holten sie die Soldaten ein. An einem Ostertag wurden sie gefunden und „exekutiert", zum rechten Glauben bekehrt.

Am 9. Dezember 1809 weilte Kurfürst Max Emanuel in Pollanten und speiste zu Mittag, ehe er nach Neumarkt weiterfuhr. „Die ledigen Weiber", erzählt die Chronik, standen in weißen Kleidern an der Straße. Auch die Männer waren aufgerufen. „Wer ein Gewehr hatte, paradierte".

„Am 21. April des Jahres 1827", berichtet das Pollantener Kirchenbuch, „brach um 11 Uhr im Haus des Lehrhäuslers Hummel Feuer aus und verbreitete sich rasch im Dorf. Es brannten das Hummelhäuschen bis auf den Kamin, das Melber-Bauernhaus mitsamt dem Stadel, das Nebenhäusl und der Stadl des Schusterbauern ab". Wenige Tage nach diesem Brand kam am 29. April Ihre Majestät, die regierende Königin Theresia mit Gemahl König Ludwig I, durch Pollanten und „schenkte den verunglückten Leuten 50 Gulden". Schuljugend und das ganze Dorf gaben dem hohen Paar einen begeisterten Empfang.

Am 15. Juli 1831 morgens ein Uhr fuhr der Blitz in die Scheune des Köblers Michael Rackl und äscherte sie ein. Die Flammen griffen auf das Haus von Kaspar Bauer und Johann Schmitt über und vernichteten die Gebäude. Auf den Ruf der Sturmglocke kamen zuerst die Mühlhausener mit der Feuerspritze, dann die Berchinger. Mensch und Vieh blieben in dieser Sturmnacht glücklicherweise verschont.

Das letzte Jahrhundert brachte auch noch weitere Unglücksfälle. Im Jahre 1837 ging ein Wolkenbruch über Pollanten nieder. In der Schloßmühle wurden die Ratsstube und das Mühlrad zerstört. Im Haus Nr. 26 stand das Wasser über einen Meter hoch.

Im selben Jahr wurde auch in Pollanten mit dem Bau des Ludwig-Donau-Main-Kanals begonnen. Während dieser Bauarbeiten ertranken zehn Menschen. Am 30. Juli 1848 verwüstete ein Großbrand den Müller-Stadl, das Zistler-Haus, Stadl und Wohnhaus des Großbauern, das Bohmannhaus, Haus, Stadl und Inhäusel des Johann Fuchs; Johann Schmauser wurde von einem einstürzenden Hausgiebel erschlagen.

Das vorige Jahrhundert brachte 1887 den Bau der Lokalbahn Neumarkt-Beilngries, und 1897 konnte die erste Wasserleitung eingeweiht werden.

Am 26. Dezember 1895 wurde die Freiwillige Feuerwehr Pollanten gegründet. Sicher ist dies ein bedeutendes Datum, da Brände damals keine Seltenheit waren. Schon an Neujahr 1899 brannte der Stadel des Bauernwirts und 10 Jahre später die Scheune des Schwabenbauern. Die aus unserem Jahrhundert überlieferten Daten verdanken wir dem verstorbenen Bürgermeister Hugo Bittner, der diese Nachrichten gesammelt hat. Im Jahre 1907 konnte das Armenhaus errichtet werden. 1906 besuchte Prinz Ludwig von Bayern den Ort.

Der Schützenverein wurde 1909 ins Leben gerufen. In den Jahren 1933-45 war er vorübergehend stillgelegt, wurde aber 1963 unter Vorsitz von Bürgermeister Hugo Bittner wiedergegründet.

Die Fahne des Kriegervereins wurde 1923 geweiht.

Unter Bürgermeister Johann Seitz begann der Reichsarbeitsdienst 1936 mit dem Bau der Straße Pollanten-Grubach. Gefangene Franzosen setzten den Bau nach dem Frankreichfeldzug fort, endgültig fertiggestellt wurde die Bergstraße erst nach dem 2. Weltkrieg. In den Jahren nach dem Krieg musste Pollanten viele Heimatvertriebene aufnehmen, was zu großer Wohnungsnot führte, aber auch dem Leben der Gemeinde Impulse verlieh.

Am 9,9.1947 wurde der Sportclub Pollanten gegründet, der 1950 den ersten Sportplatz baute und 1967 die jetzige Sportanlage am Herdweg 1 erstellte. 1970 wurde dort auch das Sportheim errichtet, 1978 ein weiterer Sportplatz fertig gestellt. Weitere Geschichte und Baubetriebsamkeiten des SC-P auf www.sc-pollanten.de.

Die Jahre nach 1960 brachten Pollanten eine rege Bautätigkeit, da unter Bürgermeister Hugo Bittner mehrere Baugebiete ausgewiesen wurden. Eine neue Wasserleitung wurde erstellt und am 14.12.1963 eingeweiht. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 320.000 DM. Auch die Verkehrswege um Pollanten wurden verbessert. Bis 1964 wurden die Verbindungsstraßen Pollanten-Eismannsberg-Biermühle, Pollanten-Simbach-Biermühle, Eismannsberg-Rotes Kreuz und Pollanten-Grubach gebaut. Im Jahre 1964 verlangte die Gemeinde Pollanten für den Erwerb von Grundstücken in den ausgewiesenen Bebauungsgebieten für Gemeindebürger einen Preis von 1,50 DM pro Quadratmeter. Das Bebauungsgebiet Nord Wiesenhaid wurde in 54 Wohnungseinheiten eingeteilt, die alle verkauft waren. Das Bebauungsgebiet West wies 48 Wohnungseinheiten auf. Die Entwicklung Pollantens zu einem Siedlungsgebiet ist ein Verdienst Hugo Bittners.

Am 16.6.1963 konnte die Fahne der Freiwilligen Feuerwehr Pollanten eingeweiht werden, die Patenschaft hatte die Freiwillige Feuerwehr Berching übernommen. 1970 ist der Ort Pollanten flächenmäßig der größte mit 14,20 km² im Landkreis Beilngries. 1972 erhielt Pater Augustin Spieß von der Benediktinerabtei Plankstetten die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Pollanten. Der am 17.6.1908 in Arnbuch geborene Priester war 18 Jahre, von 1957 bis 1975, Pfarrer in Pollanten, seit 1959 auch Seelsorger im Städt. Krankenhaus Berching und Pfarrer zu Oening von 1975 bis 1981. Pater Augustin war in Pollanten sehr beliebt. 1984 feierte er sein Goldenes Priesterjubiläum im Kloster Plankstetten und in der Pfarrei Pollanten. Am 1. März 1972 entschieden sich die Bürger der Gemeinde mit 212 : 59 Stimmen für die Großgemeinde Berching und gegen einen Anschluss an Mühlhausen. 1972 wurde der Bau der Straße Grubach-Ernersdorf mit einem Kostenaufwand von 75.000 DM fertiggestellt. Im gleichen Jahr wies der Ort rund 620 Einwohner auf.

Vom 1. bis 2. Juli 1978 beging der Schützenverein die Fahnenweihe.

Am 13. Januar 1979 verstarb der um seine Gemeinde hochverdiente Bürgermeister Hugo Bittner. Er wurde unter großer Anteilnahme aus allen Kreisen der Bevölkerung im neuen Waldfriedhof zur letzten Ruhe bestattet. Hugo Bittner war auch 2. Bürgermeister von Berching in den Jahren 1972-79. Am 22. Juli 1979 wurden die neue St. Georgskirche und das Pfarrzentrum durch H.H. Bischof Dr. Alois Brems geweiht, am 25. November konnte Pfarrer Knoll den neuen Waldfriedhof einsegnen.

Am 19.7.1984 verstarb der langjährige Ortssprecher, Berchinger Stadtrat und Kreisbrandinspektor Michael Spangler, ein hochgeachteter Mann.

Pollanten hat sich in den letzten zehn Jahren aufgrund der Bautätigkeit weiter vergrößert Es entstanden neue Wohnhäuser in Siedlungsgebieten. Am Ortsrand entsteht ein Gewerbegebiet. Bis zum Jahr 1989 hatte Pollanten einen eigenen Bahnhof. Sicher können sich noch viele von uns an die Zeit erinnern, in der mehrmals täglich eine Dampf-, später eine Diesellok - pfeifend vorbeifuhr. Die Zeit der Eisenbahn fand in unserem Gebiet nach dem 25. Sept. 1989 ein Ende. An diesem Tag durchfuhr der letzte Zug die Strecke von Neumarkt nach Beilngries.

Im Jahre 1845 wurde der Ludwig-Donau-Main-Kanal (besser bekannt als „Ludwigskanal") eröffnet. König Ludwig I hatte den Gedanken Kaiser Karls d. Großen aufgegriffen, den Main mit der Donau durch die Flüsse Altmühl und Rezat zu verbinden. 1945 wurde der Kanal größtenteils demontiert. Danach wurde er für die Schifffahrt aufgegeben und dient seither der Fischerei und der Erholung. Es wurden Pläne gefasst, noch in diesem Jahrhundert einen neuen, größeren Kanal zu bauen. Der neue Rhein-Main-Donau-Kanal konnte am 25. September 1992 eingeweiht werden. Bei der Einweihung des RMD-Kanals war auch unsere Feuerwehr stark vertreten. Galt es doch, die mit den Schiffen ankommenden Ehrengäste gebührend zu empfangen. Eine andere Gruppe war eingeteilt, Parkplätze an der Breitenfurt einzuweisen, eine weitere Gruppe beteiligte sich mit dem LF 8 in Bachhausen beim Spritzen einer Wasserwand. Die ankommenden Schiffe mit den Ehrengästen wurden mit 72 Strahlrohren begrüßt. Diese 72 Strahlrohre bedeuteten: Die Jahre der Planung bis zum Jahr der Fertigstellung des RMD-Kanals. Organisiert wurde dies von unserer Nachbarwehr Mühlhausen, mit der wir ein sehr gutes Verhältnis haben.

Von 1986 - 87 wurde eine Umgehungsstraße gebaut, sehr zum Wohle unseres Ortes. Im Herbst 1993 wurde unsere Ortschaft mit Gas versorgt, weiter wurde die Kirchbergstraße verkabelt und der Oberflächenkanal erneuert. Im Kleefeld wird ein neues Baugebiet erschlossen.

 

Kirchen- und Schulgeschichte.

Die Kirchen- und Schulgeschichte Pollantens ist eng miteinander verflochten, da die Pfarrgemeinde nicht nur die ersten Schulen Pollantens errichtete, sondern auch der Mesner- und Schuldienst ursprünglich von einer Person versehen wurde. Erst in späteren Zeiten wurde die politische Gemeinde zuständig für die Schule. In unseren Tagen hat sich der Kreis aber wieder geschlossen, dient doch die letzte Schule Pollantens nach ihrer Stillegung als Kindergarten, dessen Träger wieder die Pfarrgemeinde ist.

Die Kirche zu Pollanten hat das St. Georgpatrozinium, ist also eine Ritterkirche. Kirchweih wird am 23. April gefeiert. Ihre erste Weihe erfuhr dieses Gotteshaus zwischen den Jahren 1057 und 1075 durch den Eichstätter Bischof Gundekar II. Ein Chronistikon über dem Altarraum gibt das Jahr 1061 an. Mehrmals findet die Kirche von Pollanten in alten Urkunden Erwähnung. So heißt es 1320: Kaiser Ludwig der Bayer gibt die Pfarrkirche in Pollanten, deren Besetzungsrecht ihm als Herzog von Bayern zusteht, dem Kloster Plankstetten zum Seelentrost seines Bruders Rudolf. 1321 wird dies von Bischof Philipp von Eichstätt bestätigt. In den Schriften finden sich auch immer wieder Hinweise darauf, dass zwischen dem Kloster Plankstetten und dem Pfarrer von Berching ein längerer Streit um die Einkünfte der Pfarrei, den Groß- und Kleinzehent, schwelte. In einem Saalbuch des Klosters Plankstetten vom Jahre 1461 gibt das Kloster seinen Zehentertrag in Pollanten mit 112 Metzen an. In Wiesenhaid (inzwischen abgegangen) sind es 16, in Grubach 50, in Eismannsberg 70. Der Pfarrer bezieht 50 Metzen Korn und ebensoviel Hafer.

Zur Zeit der Reformationswirren „leistet Pfarrer Wolfgang Hayd 1533-53 heldenmütigen Widerstand gegen Einführung der neuen Lehre in Pollanten". Trotzdem kommt es 1555 zur Anstellung des ersten reformierten Pfarrers durch die Regierung in Amberg. 1625 schreibt der Chronist erleichtert: „Abzug des zwinglianischen Pfarrers und Rekatholisierung unter großen Widerständen". Die Pollanter Einwohner hatten sich zum Zwinglianismus bekannt. „Der neue Herr Pfarrer (katholisch)", steht im alten Kirchenbuch", hatte ein hartes Stück Arbeit, um die Pollander (Pollanter) wieder zum katholischen Glauben umzuschaffen".

Zwischen 1649 und 1657 setzen die Pfarrlichen Eintragungen, die Matrikel, ein. In dieser Zeit beginnt auch die Schulgeschichte. In den Pfarrmatrikeln wird als Mesner und Schulmeister Paul Schiegl bis 1666 genannt. In dieser Zeit muss es bereits ein Schulhaus gegeben haben, denn Pater Prior Dominikus Renner vom Kloster Plankstetten berichtet in den Plankstettner Akten, „dass das Schulhaus in Pollanten auf Kosten der Kirche erbaut sei, nicht auf Kosten der Pfarrangehörigen oder des Klosters". Im Januar 1688 trägt die Baulast an der Schule und am Mesnerbau die Pfarrgemeinde.

Die Pflege und Erweiterung der Kirche war den Pfarrangehörigen stets ein Anliegen. Im Jahre 1700 wurde eine Sakristei unter Pater Benedikt Plank erbaut. Das Kirchenbuch berichtet: „Die Sakristei ist vorn mit zwei Fensterstöcken versehen und stark mit eisernen Stangen vergittert. Ist diese ohngeacht (ungeachtet) von Räubern 1700 gewalttätig eingebrochen worden, und von da in die Kirche, wo A) das vorhandene silberne Ciborium aus dem Tabernackl samt den hl. consigrierten Hostien gestohlen worden, diese wurden ausgeschüttet und unter die Füße getreten. B) Ein heiliger Kreuzpartikel. Die Räuber vergruben diesen in der Meinung, er sey aus Silber auf dem Kirchberg unter einer Staude, bis weiteres. Allein bald nach diesem Kirchenraub wurden sie ergriffen, und der Platz des Vergrabens konnte ohngeacht der genaueren Beschreibung der gefangenen Räuber bis zum Jahre 1832 noch nicht entdeckt werden". Bis heute wurde diese kostbare Reliquie nicht wieder gefunden. Sie ruht immer noch auf dem Kirchberg, „tief unter einem Strauch verborgen".

 In den Jahren 1715/16 schließt der Bischof von Eichstätt mit Graf Christian Albrecht von Wolfstein einen Vertrag, wodurch die Pfarrer von Pollanten und Freystadt ermächtigt werden, kranke Katholiken im Sulzbürger Landl (evangelisch) ohne Zeremonien in Stille zu versehen; Taufen, Trauungen und Exequien sind ausgeschlossen. Beerdigung darf nicht verweigert werden. Von 17Z039 wurde eine neue St. Georgskirche erbaut. Maurermeister Diller aus Amberg hat den romanischen Turm im Osten der alten Kirche in den Unterbau miteinbezogen. Das Achteck und die Kuppel des Turms wurden erst 1739 durch Lengenfelder Handwerksmeister ausgeführt. Auch die Sakristei wurde neu errichtet. Die Ausstattung des Gotteshauses, das schöne Strukturen aufweist, ist barock; sehenswert ist die noch aus dem 16. Jahrhundert stammende messingne Taufschüssel, die den Kirchenpatron St. Georg im Kampf mit dem Drachen zeigt. Das Kirchenschiff misst 14 x 7 Meter. 1756 wurde die Kirche konsekriert. Den Hochaltar schmückt die Figur des Kirchenpatrons, die Seitenaltäre zeigen die Muttergottes und den heiligen Sebastian. Die Orgel mit sechs Registern stammt aus der Werkstatt der Fa. Weise, Plattling und wurde 1823 gekauft. Drei Glocken - eine aus dem 14. Jahrhundert, die zweite von Kopfmüller, Eichstätt, 1893 und die dritte von Schelchshorn, Regensburg, 1688 - rufen die Gläubigen.

Im Jahre 1804 verlässt der letzte Klosterpfarrer Pater Martin Bengel Pollanten. 1810 war Pollanten Pfarrkurative der Pfarrei Weidenwang und wurde 1827 zur selbständigen Kurative erhoben. Im Jahre 1829 sind nach Pollanten eingepfarrt: Grubach mit 10 Häusern und 8 Familien, Seelenzahl ist 38; Wolfersthal, Dorf mit 8 Häusern, 9 Familien, Seelenzahl 42; Wiesenhaid, Weiler mit 4 Häusern, 5 Familien, Seelenzahl 23 und Breitenfurter Mühle, Einöde, 1 Haus, 1 Familie, Seelenzahl 13 (aus dem Pollanter Kirchenbuch).

Am 12.1.1834 erfolgt die Wiedererhebung zur Pfarrei durch allerhöchstes Reskript, wofür die Bewohner die Pfarrkongrua zu ergänzen haben und die Beträge dafür in das Hypothekenbuch eingetragen werden und zwar von 12 Grundbesitzern in Pollanten, 3 in Wiesenhaid und Breitenfurt, bei 8 Besitzern mit 40 Kronen, bei 7 Besitzern mit 5 Gulden und 40 Kronen. Im Jahre 1833 werden die Protestanten in der Reismühle nach Bachhausen ausgepfarrt, ebenso die in der Wegscheid am 4.11.1879.

1834 erfolgen Reparaturen an der Kirche um 44,1 Gulden aus Mitteln der Kirche und aus freiwilligen Gaben.

1820 ist ein Plankstetter Benediktiner bis 1826 Seelsorger in Pollanten. Im Jahre 1868 wird die St. Georgskirche mit den Mitteln aus freiwilligen Gaben, Holzerlös und Darlehen restauriert. Die drei Altarbilder malte der taubstumme Maler Sebastian Holzner aus Amberg, die Fresken stammen vom Maler Zacherlaus, Wemding (altes Kirchenbuch).

1887 wird das Schul- und Mesnerhaus neu erbaut. Dazu leistet die Kirchenstiftung mit 3.880 Mark die Hälfte. Das Schul- und Mesnerhaus gehörte jetzt also je zur Hälfte der Gemeinde und der Kirchenstiftung. Im Jahre 1878 kann der Friedhof erweitert und geweiht werden. Die Unterhaltung der Friedhofsmauer obliegt der Gemeinde. 1879 erhält der große Zwiebelturm anstelle von Schindeln eine Schieferbedachung. Auch die Steintreppe wird restauriert. Die Kosten von 2.432 Gulden trug die Kirchenstiftung. Die Turmuhr wurde 1905 angebracht. 1916 errichtet Pfarrer J. B. Schmied mit 500 Mark die Exerzitienstiftung. ,4m 2.11.1913 wurde die Kapelle an der B 299 eingeweiht. Das Bild ist aus dem 17. Jahrhundert.

Am 14. März vergleichen sich Gemeinde und Kirchenverwaltung wegen der Schul- und Mesnerdiensttrennung: „1) Von den Grundstücken erhält die Kirchenstiftung 2,51 Tagwerk Wiesen, 3,53 Tagwerk Acker in 7 Plan-Nummern. Der Gemeinde verbleiben 4,31 Tagwerk, Wiesen und Wald, die 1810 bei der Gemeindegrundverteilung angefallen waren. 2) Von den Kapitalien gehen 359 Mark an die Kirchenstiftung über. 3) Plan Nr. 11 Baumgarten zu 44 Dezimalen verbleibt der Kirchenstiftung, die Einfriedung besorgt jeweils die Gemeinde. 4) Die Gemeinde erhält gegen den Ablösungsbetrag von 7.500 Mark, aufgewertet auf 4.000 Goldmark, zahlbar in Jahresraten von 100 Goldmark, das Schulhaus mit dem Gemeinde und Weiderecht". Diese Abmachung wurde am 11.9.1929 notariell verbrieft und am 1.8.1929 ins Grundbuch eingetragen und dabei festgehalten, dass die Benützung des ordentlichen und außerordentlichen Religionsunterrichtes vorbehalten bleibt.

1922 wird die Kirche innen durch den Berchinger Maler Ambos aus freiwilligen Gaben restauriert. Das Pfarrhaus erhält einen Blitzableiter. Im Jahre 1461/62 wird die neue Volksschule gebaut und 1969 aufgelöst. Seit 1980 wird ein Teil des Gebäudes als Kindergarten genutzt, der von der Pfarrei Pollanten getragen wird. Vom Dezember 1992 bis September 1993 wurde unser Kindergarten mit einem Kostenaufwand von fast 1 Mio. DM saniert und erweitert. Träger ist weiterhin die Pfarrei. Im September 1993 wurde er durch Caritasdirektor Domkapitular Johann Schmidt und Pfarrer Peter Knoll feierlich eingeweiht.

In den Jahren 1956-1975 wurde die Pfarrei Pollanten wieder vom Kloster Plankstetten betreut. Von 1956-1957 wirkte hier Pater Johannes Kürzinger und von 1957-1975 Pater Augustin Spieß. 1975 wurde Pfarrer Peter Knoll nach Pollanten gerufen, denn ein großes Bauvorhaben sollte begonnen werden: der Neubau der Kirche mit Pfarrzentrum und Pfarrhaus. Am 16.8.1977 wurde die Grundsteinlegung der neuen Kirche gefeiert. Am 22.7.1978 wurde die neue Kirche durch H.H. Bischof Dr. Alois Brems geweiht. Hierzu hat Lehrer Albert Stampfer den HI. Georg hoch zu Roß geschnitzt.

Am 25. November 1979 kann der neue Friedhof, ein Waldfriedhof, durch Pfarrer Peter Knoll geweiht werden. Bauträger war die Stadt Berching. Die Planung erstellte Dipl. Ing. Ingrid Machalitzky. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 230.000 DM. Der Gottesacker wurde mit 136 Grabstellen in 13 Reihen angelegt. Bürgermeister Hans Koffer dankte den freiwilligen Helfern und Spendern und nannte diesen Waldfriedhof den schönsten in der Großgemeinde.

Zur heutigen Pfarrei gehören auch die ehemaligen Pfarreien Erasbach und Weidenwang


Chronik entliehen vom Schützenverein Pollanten
http://www.schuetzenverein-pollanten.de


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